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Einfluss einer Kältetherapie auf oxidativen Stress

Was ist oxidativer Stress?


Unter dem Begriff des oxidativen Stresses versteht man ein gestörtes Gleichgewicht zwischen der Bildung und dem Abbau von reaktiven freien Radikalen, wie ROS und RNS (reactive oxygen and nitro-gen species). Diese freien Radikale entstehen im Körper permanent sowohl bei lebenswichtigen Atmungs- und Verbrennungsprozess als auch durch äußere Einflüsse wie Rauchen, UV-Licht, Ozon, Umweltschadstoffe und Medikamente. Der menschliche Körper verfügt zur Begrenzung der schädigenden Wirkung der freien Radikale über Schutzsubstanzen, sogenannte Antioxidantien. Der oxidativen Belastung des Körpers kann durch das vorhandene antioxidative Potential entgegengewirkt werden so lange die Belastung nur über eine kurze Zeit wirkt. Dementgegen sorgt ein permanenter oxidativer Stress zur Erschöpfung der antioxidativen Kapazität und schlussendlich zur Schädigung verschiedener körperlicher Strukturen (z.B. DNA). Diese Schädigungen können sich dementsprechend in einer Vielzahl von Krankheiten, wie z.B. Krebs, Parkinson oder Herzproblemen, manifestieren und beschleunigen den Alterungsprozess. [1]



Abbildung 1: Oxidativer Stress [8]


Einfluss von Kälteapplikationen


Der Einfluss von Ganzkörper-Kältetherapien auf verschiedene entzündungsaktive Marker, Hormone, Lipide sowie die antioxidative Kapazität wurde in zahlreichen Studien untersucht. Wojciak et al. untersuchten den Einfluss einer Kälteapplikation (3min bei -130° C) auf die Konzentration von antioxidativen Sirtuinen, der antioxidativen Kapazität, des oxidativen Status sowie weiteren oxidativen Marker im Blut von jungen sowie älteren Männern. Als zusätzlichen Einflussfaktoren wurde die körperliche Aktivität erfasst und berücksichtigt. Insgesamt 24 Einheiten in der Kältekammer wurden über einen Zeitraum von 8 Wochen durchgeführt, wobei nach der ersten, zwölften sowie letzten Einheit die Parameter untersucht wurden. Allgemein konnte festgestellt werden, dass eine Kälteapplikation die Blutkonzentration von Sirtuinen sowie die antioxidative Abwehr bei Männern erhöhte. Die Anzahl der Kälteanwendungen sowie die körperliche Aktivität haben hierbei einen wichtigen Einfluss auf den beobachteten Effekt. [2]

Eine Untersuchung zum Einfluss einer Ganzkörper-Kälteanwendung bei verschiedenen Temperaturen auf proinflammatorische Zytokine, den oxidativen Stress sowie die Krankheitsaktivität bei Patienten mit Morbus Bechterew wurde von Straburzyńska-Lupa und Kollegen durchgeführt. Da Morbus Bechterew eine chronisch-entzündliche rheumatische Erkrankung ist, kommt es zur erhöhten Produktion von proinflammatorischen Zytokinen und folglich zur Senkung der antioxidativen Kapazität. Zur Untersuchung eines Effekts der Kälteanwendung wurden die Probanden in zwei Gruppen eingeteilt und führten über einen Zeitraum von 8 Tagen täglich eine Einheit über 3 Minuten bei entweder -110° C oder -60 ° C durch. Beide Gruppen erfuhren eine signifikante Reduzierung der Krankheitsaktivität durch eine Senkung der proinflammatorischen Zytokinen. Einen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen konnte ebenfalls festgestellt werden, wobei die Kälteanwendung bei -110° C eine niedrigere Krankheitsaktivität aufwies im Vergleich zur -60° C Gruppe. [3]

Weitere Untersuchungen bezüglich des Einflusses einer Kälteanwendung in Kombination mit Heilgymnastik auf den