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Kälte und Depression



Depressive Störungen sind psychische Störung, welche unter anderem durch Traurigkeit, ge

Depressive Störungen

ringes Selbstwertgefühl, Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Müdigkeit und Konzentrationsschwächen gekennzeichnet sind. Depressive Störungen betreffen Schätzungen der WHO aus dem Jahr 2015 (Abb. 1) bereits über 300 Millionen Menschen weltweit und ziehen sich durch die alle Altersgruppen einer Gesellschaft. [1]



Abbildung 1: Anzahl depressiver Störungen weltweit in Millionen [1]



In Deutschland liegt die Prävalenz für eine depressive Symptomatik, im Zeitraum von 2013 bis 2015, bei 9,2 % und somit höher als im europäischen Durchschnitt (6,6 %). Hierbei zeigt sich ebenfalls, dass die Prävalenz mit zunehmendem Alter steigt (Abb. 2) und Frauen im Durchschnitt mit 10,8 % eine höhere Prävalenz als Männer mit 7,6 % haben. [2]


Abbildung 2: Prävalenz depressiver Störungen in der EU und Deutschland [2]



Einfluss von Kältetherapien

Kältetherapien werden bereits zur Behandlung von einerseits akuten und chronischen physischen Verletzungen sowie Krankheiten und andererseits zur Steigerung und Wiederherstellung sportlicher Leistungen eingesetzt. Aus diesen Gründen rücken Kältetherapien zunehmend in den Fokus als zusätzliche Maßnahme zur Behandlung von psychischen Leiden neben den gängigen pharmakologischen Therapien. Die positiven Effekte einer Kältetherapie konnten in verschiedenen Studien bereits aufgezeigt werden, wobei allerdings unklar bleibt welche Wirkmechanismen den Effekten zu Grunde liegen und wie stark diese ausfallen. [3]



Mehrere Studien untersuchten den Einfluss einer zweiwöchigen Ganzkörperkälte Anwendung (-110°C bis 135°C), mit insgesamt 10 Einheiten, auf verschiedene Aspekte der psychischen Gesundheit von Erwachsenen (20 - 73 Jahre), welche mit einer depressiven Episode diagnostiziert wurden. Hierbei hat sich gezeigt, dass es zu einer signifikant Verbesserung der depressiven Symptome, der Lebensqualität, Stimmung sowie psychischer und physischer Gesundheit kommt. [3; 4; 5; 6]

Die positiven Effekte der Kältetherapie fielen hierbei stärker aus bei Frauen, bei Patienten mit einer schlechteren psychischen Gesundheit sowie bei Patienten mit starken depressiven Symptomen [6].

Zusammenfassend lassen die Untersuchungsergebnisse darauf schließen, dass die Ganzkörperkältetherapie eine sinnvolle Methode zur Verbesserung der standardisierten pharmakologischen Therapie von psychischen Störungen sowie Depressionen darstellt und dazu beitragen kann den Einsatz von Medikamenten zu reduzieren. Hierbei sind weitere Untersuchungen zu den exakten Wirkmechanismen der Kältetherapien auf die menschliche Psyche sowie zu der optimalen Einbettung in die standardisierten Therapieformen notwendig. [3; 4; 5; 6]





Literatur

[1] World Health Organization (2017). Depression and Other Common Mental Disorders. Global Health. Estimates. Zugriff am 05.03.2021 unter: https://www.who.int/mental_health/management/depression/prevalence_global_health_estimates/en/

[2] Hapke, U., Cohrdes, C. & Nübel, J. (2019). Depressive Symptomatik im europäischen Vergleich – Ergebnisse des European Health Interview Survey (EHIS) 2. Journal of Health Monitoring, 4 (4), 62-70. doi: 10.25646/6221

[3] Rymaszewska, J., Lion, K. M., Pawlik-Sobecka, L., Pawłowski, T., Szcześniak, D., Trypka, E., Rymaszewska, J. E., Zabłocka, A. & Stanczykiewicz, B. (2020). Efficacy of the Whole-Body Cryotherapy as Add-on Therapy to Pharmacological Treatment of Depression-A Randomized Controlled Trial. Frontiers in Psychiatry, 11. doi: 10.3389/fpsyt.2020.00522

[4] Rymaszewska, J., Lion, K. M., Stańczykiewicz, B., Rymaszewska, J., Trypka, E., Pawlik-Sobecka, L., Kokot, I., Płaczkowska, S., Zabłocka, A. & Szczesniak, D. (2021). The improvement of cognitive deficits after whole-body cryotherapy – A randomised controlled trial. Experimental Gerontology, 146. Doi: 10.1016/j.exger.2021.111237

[5] Rymaszewska, J., Urbanska, K., Szcześniak, D., Pawłowski, T., Pieniawska-Śmiech, K., Kokot, I., Pawlik-Sobecka, L., Płaczkowska, S., Zabłocka, A. & Stańczykiewicz, B. (2019). Whole-body cryotherapy - promising add-on treatment of depressive disorders. Psychiatria Polska, 53 (5), 1053-1067. doi: 10.12740/PP/OnlineFirst/91298

[6] Szczepańska-Gieracha, J., Borsuk, P., Pawik, M. & Rymaszewska, J. (2014). Mental state and quality of life after 10 session whole-body cryotherapy. Psychology, Health & Medicine, 19 (1), 40-46.

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